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Korrespondenz

FSME: IMMUNO SETZT ÄRZTE UNTER DRUCK

Wie ja bekannt, führt die Firma Immuno seit Jahren in Österreich eine Impfkampagne gegen die FSME mit ihrem Impfstoff FSME- IMMUN Inject durch.

Diese Kampagne wird mit großer Heftigkeit in allen Medien durchgeführt und hat dazu geführt, dass es in Österreich nahezu eine nationale Pflicht ist, sich impfen zu lassen. (Kinder dürfen nicht auf Landschulwochen ohne Impfung usw.)

Da es sowohl in der Bevölkerung als auch der Ärzteschaft nunmehr vermehrt zu einer Anzweifelung der Intervalle für Auffrischimpfungen, nämlich alle 3 Jahre erforderlich, kommt, zumal Titerbestimmungen nach drei und mehr Jahren immer wieder einen ausreichenden Schutz für mehrere Folgejahre ergeben, hat sich die Immuno zu einem Rundschreiben entschlossen mit einer für mich bislang einmaligen Drohung. ÄrztInnen, die der Empfehlung der Firma nicht folgen, werden im Falle einer FSME-Erkrankung mit haftungsrechtlichen Konsequenzen bedroht (Immuno: "wichtige Information", Juni 1997). Da die Firma nicht nur den Impfstoff vermarktet, sondern auch die Opfer der Erkrankung - sie treten in Werbefilmen für die Impfung auf - kann davon ausgegangen werden, dass eine derartige Klage nicht auf sich warten lässt.

... Dieser Rechtsstandpunkt bedeutet, dass allen Patienten möglichst nachweislich zu allen erhältlichen Impfungen geraten werden muss, andernfalls im Falle einer Erkrankung der Patient - womöglich mit Hilfe eines Impfstoffherstellers - den Arzt verklagt.

Dr. F. MAYRHOFER (Arzt für Allgemeinmedizin, Umweltschutzarzt)
A-1060 Wien


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