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Korrespondenz

UMCKALOABO: EIN PFLANZLICHES ANTIBIOTIKUM?

In der letzten Zeit kamen zwei Mütter mit der Frage auf mich zu, warum ich nicht ein pflanzliches Antibiotikum, nämlich UMCKALOABO, verschreiben würde. Sie verstanden "pflanzlich" als nebenwirkungsarm... Was ist von dieser Substanz zu halten, die in der Roten Liste als erstes Medikament unter der Rubrik "Antibiotika" steht?

A. RÖMHILD (Kinderarzt und Anästhesist)
D-22299 Hamburg

Die als "natürliche Alternative bei Atemwegsinfektionen" beworbenen UMCKALOABO Tropfen erscheinen 1995 erstmals unter den 2000 meistverordneten Arzneimitteln (Rang 1891).1 In mehrbändigen Nachschlagewerken wie dem HAGER finden die enthaltenen Auszüge aus den Wurzeln der südafrikanischen Geranienart Pelargonium reniforme/sidoides keine Erwähnung. Die vom Hersteller zur Verfügung gestellten Beobachtungsstudien 2-4 auf der Basis subjektiver Einschätzungen ohne Kontrollgruppen erlauben keine Rückschlüsse auf einen Nutzen. Wer akute und chronische bakterielle Infektionen der Atemwege und des HNO-Bereiches mit nicht standardisierten Pflanzenpräparaten behandelt, riskiert einen Kunstfehler. Wegen mangelhafter Wirksamkeit sind Patienten, beispielsweise mit Streptokokkenangina, nicht vor Spätfolgen geschützt. Die Droge enthält verschiedene Cumarine,5 die Störwirkungen durch Hemmung der Blutgerinnung verursachen könnten, –Red.


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